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Die Krise als Chance

Im Rahmen der neuen Webinar-Reihe von dent.talents ging die Premiere ums Thema „Gründen in Zeiten der Pandemie“. Existenzgründungsberater Dennis Schaffer und Finanzexperte Michael Hage wurden dabei von Moderatorin Theresa Reuter mit Fragen gelöchert. Ein paar wichtige Impulse aus dem Webinar könnt ihr hier nachlesen.

Corona Krise als Chance fuer eine Praxisgruendung nutzen
Corona Krise als Chance fuer eine Praxisgruendung nutzen Dennis Schaffer ist Existenzgruendungsberater 1920x1280 1

Dennis Schaffer

Referent und Existenzgründungsberater, Henry Schein

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Michael Hage

Leiter Henry Schein Financial Service

Was spricht dafür, In Zeiten der Pandemie zu gründen?

Dennis Schaffer: Die Beantwortung ist eigentlich so einfach wie die Frage, denn der richtige Zeitpunkt ist immer jetzt! Ja, natürlich sind die Zeiten gerade jetzt turbulent. Aber wir bewegen uns derzeit in einem Markt, in dem die nächsten Jahre viele Zahnärzte ihre Praxis abgeben werden, aufgrund der demografischen Struktur. Das heißt, zahlreiche Babyboomer geben nach und nach ihre Praxen ab, womit Chancen für die nachkommende Generation Y entstehen.

 

Ich begleite derzeit mehrere Gründer, und auch hier waren die Zweifel im März groß. Nach anfänglicher Zurückhaltung war aber schnell klar, dass auch diese Zeiten vorbeigehen und man sich nicht aus der Bahn bringen lassen sollte. Die Gründer nutzen die entschleunigte Zeit, um weiter zu planen und ihr Konzept auszufeilen.

 

Michael Hage: In meiner ganzen beruflichen Zeit habe ich schon mehrere besondere Zeiten erlebt: die Börsenkrise 2000 (Dotcom-Blase), ein Jahr später der Anschlag auf die Zwillingstürme in New York im September. Wir spüren die Auswirkungen beispielsweise in den Sicherheitsbereichen der Flughäfen bis heute, und das Ereignis liegt 20 Jahre zurück. 2007 war die Finanzkrise, die für weltweite Betroffenheit sorgte, und 2010 die Eurokrise.

 

Im Durchschnitt kam es also etwa alle fünf Jahre zu einer Krise. Ob man jetzt gründen sollte oder in fünf Jahren – besondere Zeiten werden immer wiederkommen.

 

Wichtig ist, dass man nicht in eine Schockstarre verfällt. Krisen haben immer Gewinner und Verlierer. Die Gewinner haben so gut es geht vorgesorgt und zeigen Eigeninitiative. Kommt es zur Krise, solltet ihr für euch reflektieren: Was ist besonders an der Situation? Wie beeinflusst mich das persönlich, und was bedeutet das für mich konkret? Anschließend solltet ihr Schlüsse daraus ziehen und damit arbeiten. Erste Vorreiter-Praxen fingen zum Beispiel schnell an Schutzmasken im 3-D-Drucker selbst herzustellen und kamen damit teils bis in die Presse. Recherchiert gerne mal, was ein vergleichbarer Werbeplatz gekostet hätte.

Fakt ist: Diese Zeiten werden sich wiederholen. Mach dir als Mensch und Unternehmer Gedanken, was auf dich zukommen wird, und frage dich, was du selbst tun kannst. 

Wie wichtig ein gesundes Finanzgerüst ist, zeigt sich in einer Krise sehr deutlich. Doch wie baue ich das auf?

Michael Hage: Vorweg ist es ganz wichtig, den Unterschied von Ausgabe und Investition zu verstehen. Ausgabe bedeutet Geldabfluss. Das passiert bei einer Urlaubsreise, bei der anschließend das Geld weg ist. Eine Investition bedeutet nur im ersten Schritt einen Geldabfluss. Das Geld kommt aber durch meine Investition wieder zu mir zurück. Sogar mit Gewinn, einer sogenannte Rendite. Dies nennt man auch „Return on Invest“. Auch wenn die Ausgabe für ein Objekt anfangs vermeintlich riesig erscheint, solltet ihr euch nicht gleich abwenden. Schaut euch die Zahlen und Fakten an und entscheidet anschließend, ob sich eine höhere Investition vielleicht doch lohnt. Führt euch immer vor Augen, dass es um eure Existenz für viele kommende Jahre geht.

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Jetzt kommen wir zu vier wesentlichen Faktoren:

1. Liquidität ist überlebenswichtig.

Gerade in diesen Zeiten müsst ihr immer ausreichend liquide Mittel im Auge haben, damit ihr eure Rechnungen bezahlen könnt.

2. Bildet Rücklagen, wenn ihr einen Liquiditätsüberschuss habt.

Es werden immer mal wieder unvorhersehbare Ereignisse eintreten. Sei es in besonderen Zeiten wie jetzt oder beispielsweise bei einem privaten Vorfall lebt es sich entspannter zu wissen, dass man den Gang auch mal runterschalten kann.

3. Diversifiziert euch!

Setzt nicht nur auf ein Pferd und verteilt euer Risiko. Arbeitet mit mehreren Finanzinstituten und Anbietern zusammen, um die Last auf mehreren Schultern zu verteilen.

4. Habt keine Angst vor Schulden.

Achtet auf ein ausgewogenes Verhältnis von Fremd- und Eigenkapital. Unternehmerisch ist es sinnvoll, einen gewissen Anteil an Fremdkapital einzusetzen. Darauf setzen beispielsweise auch alle DAX-Unternehmen.

Fazit...

Lasst Ideen entstehen und scheut euch nicht, diese weiterzuspinnen. Sprecht mit Vertrauten und Beratern darüber, habt die Fakten im Blick und seid mutig. Der erste Schritt in die eigene Praxis entsteht durch euch selbst.

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