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"Es gibt nichts Geileres, als in der eigenen Praxis zu stehen"

Rückblick: Gründer Camp 2022

Nach pandemiebedingter Pause fand am 7. und 8. Oktober 2022 die lang ersehnte Neuauflage des Gründer-Camps von dent.talents. by Henry Schein statt. Zahlreiche gründungsinteressierte junge Zahnärzt:innen kamen für anderthalb Tage in der urbanen Mainzer Halle 45 zusammen, um den Gründungsgeschichten ihrer Kolleg:innen und den fachlichen Impulsen der anwesenden Expert:innen zu lauschen.

Neben kurzweiligen Vorträgen sowie erhellenden Workshops und Break-out-Sessions gab es besonders viel Raum für den persönlichen Austausch. Denn genau das macht das Gründer-Camp Veranstaltungskonzept bereits seit der Premiere im Jahr 2017 aus.

Stefan Heine, Geschäftsführer der Henry Schein Dental Deutschland GmbH, eröffnete die Veranstaltung am Freitagmittag und auch er weiß: „Früher oder später stellt sich jede:r junge:r Zahnmediziner:in die Frage ‚Soll ich es wagen oder nicht?‘.“

Dass es zahlreiche gute Gründe für den Weg in die Niederlassung gibt und welch unbeschreibliches Gefühl es ist, am Ende in den eigenen Praxisräumen zu stehen, machten die 8 Gründer:innen deutlich, die auf der Bühne von ihren Erfahrungen berichteten.

„Vor 3Jahren saßen wir noch dahinten in der Halle und heute stehen wir hier auf der Bühne“ – Carlotta Behrens und Pirmin Schwarz

Eigentlich wollten sie sich „nur mal informieren“, wie man so eine Praxisgründung angeht. Doch auf dem Gründer Camp 2019 holten sich Carlotta Behrens und Pirmin Schwarz so viel Motivation, dass sie kurze Zeit später direkt aus der Assistenzzeit heraus selbst gründeten. Für sie war damals die räumliche Nähe zu Carlottas Familie im Norden Deutschlands wichtig. Nach kurzer Zeit fanden sie ihre Traumpraxis in einem Neubau in Itzehoe, in der sie sich seitdem gemeinsam selbst verwirklichen.

„Ich war fest davon überzeugt, bis Mitte 30 angestellt zu sein“ – Ricarda Richter

Doch meist kommt es anders als man denkt. Als Ricarda Richter als angestellte Zahnärztin während des Lockdowns in Kurzarbeit geschickt wurde, verstand sie, dass die vermeintlich sichere Anstellung doch gar nicht mehr so sicher ist. Warum also nicht den Schritt in die Niederlassung wagen? Auf der Bühne zeigte sie, wie sie mit ganz klaren Vorstellungen von Größe und Struktur im Oktober 2021 ihre Praxis in Hanau fand und riet den diesjährigen Teilnehmer:innen: „Fasst euch ein Herz, euren Traum zu verwirklichen.“

„Mitarbeiter darf man nicht verbiegen“ – Dr. Stefanie Beyer

Jeder sollte am besten nach seinen persönlichen Kompetenzen und Leidenschaften im Unternehmen eingesetzt werden. Das verstand Dr. Stefanie Beyer, nachdem sie versucht hatte, den übernommenen Mitarbeiterinnen ihrer Praxis neue Aufgaben zuzuweisen. Durch ein vertrauensvolles Miteinander konnte sie jedoch schließlich passende Strukturen etablieren, mit denen allen zufrieden sind. Seitdem ging es nur noch bergauf, sodass sich die Praxis kurze Zeit später räumlich vergrößern konnte. Noch heute arbeitet die Abgeberin als angestellte Zahnärztin mit und hält Dr. Beyer den Rücken frei.

„In der Bauphase sieht man erst, ob das, was man sich vorgestellt hat, so umgesetzt werden kann“ – Dr. Dieter Börner

Und vorgestellt hatte sich Dr. Dieter Börner so einiges. Unter anderem hatte er den Traum vom ausgedienten Schiffscontainer in seiner Praxis. Und den verwirklichte er sich in seiner KFO-Praxis im Industrial und Street-Art Design. Mit Ende 40 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit, nachdem er bereits mehrere Jahre angestellt, dann zunächst als Teilhaber einer Gemeinschaftspraxis und später als Leiter der KFO-Abteilung eines Fortbildungsinstituts tätig gewesen war.

„Haltet durch, um euren Traum zu verwirklichen“ – Dr. Katharina Kemper

Dr. Katharina Kemper musste selbst viel Durchhaltevermögen bei ihrer Gründung beweisen. Zuerst brachte der Architekt all ihre ursprünglichen Pläne durcheinander, weil die Praxis im Neubau vom einen ins andere Stockwerk verlegt wurde. Später verzögerte sich die Fertigstellung aufgrund der Pandemie. Dabei blieb Dr. Kemper immer ihr Ziel fest vor Augen. Und all das Warten lohnte sich, denn heute sagt sie: „Es gibt nichts Geileres, als in der eigenen Praxis zu stehen.“

„Ich habe die Praxis, die ich haben wollte, nicht gefunden, also habe ich die Praxis erschaffen“ – Dr. Conrad Niklas Bauer

2 Jahre lang suchte Dr. Conrad Niklas Bauer nach einer großen, hellen, neuen Praxis zur Übernahme in Berlin-Mitte. Irgendwann musste er feststellen, dass das Objekt seiner Vorstellung nicht in der Realität existierte. Also übernahm er stattdessen am Wunschstandort eine angestaubte Praxis, die ihm von Ausstattung und Größe nicht gefiel. Doch mithilfe von Architekt und Depot gelang ihm eine komplette Neugestaltung der Räumlichkeiten. Die Umbaumaßnahmen benötigten jedoch Zeit. Zeit, in der Dr. Bauer keinen Umsatz erwirtschaften konnte. Darum entschloss er sich kurzerhand noch eine abzugebende Praxis gegenüber zu erwerben, in er nur 6 Wochen nach Start des eigentlichen Praxisumbaus schon behandeln konnte. Wie sich die Räumlichkeiten in der Zeit veränderten, zeigte er eindrucksvoll in einem Vorher-Nachher-Video.

„Ich wusste, dass der Einstieg in die Praxis meines Vaters nicht einfach und es Probleme geben wird.“ – Dr. Ingmar Rusch

Obwohl er sich der Herausforderung bewusst war, startete er als Teilhaber in der väterlichen Praxis. Nach 10 Jahren familiärem und beruflichem Auf und Ab firmierte er schließlich zur Einzelpraxis um. Seine Gründung 2.0, wie Dr. Rusch selber sagt. Ebenfalls kein ganz leichtes Unterfangen. Auch wenn der Weg der Selbstständigkeit mit einigen Stolpersteinen gespickt sein kann, junge Zahnärzt:innen sollten die aktuelle Situation als Chance wahrnehmen und den Mut für die Gründung aufbringen. Dr. Ingmar Rusch ist das beste Beispiel dafür, dass es sich lohnt. Weil seine bisherige Praxis mittlerweile aus allen Nähten platzt, plant er nun in einem Neubau seine Gründung 3.0.

„In der Assistenzzeit war es nie so, wie ich es wollte“ – Britta Tils

Britta Tils wollte etwas anders machen. Sie hatte ihre genauen Vorstellungen, als sie sich 2018 auf die Suche nach einer Praxis machte. Die fand sie mitten in der Münchner Altstadt in unmittelbarer Nähe zu zahlreichen anderen Praxen. Und dennoch wurde ihre Gründung ein voller Erfolg. Mit einem besonderen „Wellness-Praxis“-Konzept und extra langen Öffnungszeiten schaffte sie es innerhalb kürzester Zeit, viele Patient:innen anzuziehen.

Auch in diesem Jahr hätten die einzelnen Gründungs-Storys kaum unterschiedlicher sein können. Doch sie alle haben viel Mut und Durchhaltevermögen bewiesen und waren sich darüber einig, dass sie es ganz allein ohne professionelle Unterstützung nicht geschafft hätten. Denn in viele unternehmerische Themen muss man als Nachwuchszahnmediziner:in erst hineinwachsen. Das ist es hilfreich, Expert:innen an der Seite zu haben, die sich auf diese Dinge spezialisiert haben.

Und von ebensolchen Expert:innen konnten die Teilnehmer:innen auch auf dem Gründer Camp ganz viel Input bekommen. In kompakten Vorträgen zu Fragestellungen rund um Konzeptentwicklung, Finanzierung, Teamführung und Praxisplanung sowie in motivierenden Workshops und Break-out-Sessions zu den folgenden Themen.

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Throwback-Video

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Ergonomie und CAD/CAM-Technologien

Zahnarzt Thomas Senghaas beleuchtete die Wichtigkeit einer ergonomischen Praxisausstattung für die Gesundheit der Gründer:innen und den langfristigen Erfolg. Er zeigte an einem Gerät der Firma Zeiss und einer Dentaleinheit von Dentsply Sirona, wie mikroskopgestützte Zahnheilkunde für Behandler:in und Patient:in an einer modernen Behandlungseinheit erfolgreich funktionieren kann.

Ebenfalls um neue Technologien, die in vielen Gründerpraxen heute schon Standard sind, ging es im Workshop von Dr. Verena Freier. Die Zahnärztin war 2017 selbst Referentin auf dem Gründer Camp und stellte an diesem Wochenende vor, wie sie CAD/CAM in ihrer Praxis erfolgreich einsetzt. Sie zeigte, wie über die cloudbasierte Verknüpfung von Intraoralscan, Fräsmaschine und 3D-Drucker digitale Chairside-Prozesse implementiert werden können.

Steuern und Praxisübernahme

Olav Lorenz beriet die Gründungsinteressierten zum Thema Praxisübernahme. Er teilte das Wissen aus seiner jahrelangen Erfahrung als Henry-Schein-Niederlassungsberater und gab den Workshop-Teilnehmer:innen viele wichtige Fragen mit auf den Weg, die sie vor einer Übernahme beantworten können sollten.

 

Der auf medizinische Heilberufe spezialisierte Steuerberater Thilo Weiland verriet praktische Tipps, wie Gründer:innen bereits vor dem Start in die eigene Praxis und noch danach ihre Steuerlast optimieren könnten. Das Sammeln von Belegen von Fortbildungsbesuchen, Praxisbesichtigungen oder Gesprächen mit Maklern war nur einer der hilfreichen Hinweise, die Weiland mit den Anwesenden teilte. Außerdem zeigte er, welche Unterlagen dem Finanzamt bei der Gründung vorzulegen sind.

 

Über Trends und Chancen im Gründer:innenmarkt sprach Valbon Mulaku, Verkaufsleiter bei Henry Schein. Er stellte spannende Beispiele von erfolgreichen Gründungen vor und erklärte, welche Kriterien für die Entscheidung zwischen Neugründung und Praxisübernahme eine Rolle spielen sollten.

Abrechnung, Hygiene und Prophylaxe

Auch wenn die Aufgaben der Abrechnung, Hygiene und Prophylaxe zumeist in den Verantwortungsbereich von Praxismitarbeiter:innen fallen, so ist doch zuletzt immer die Praxisinhaber:innen in der Haftung.

Kommunikationsexperte Frank Caspers zeigte, wie stark Kommunikation und Haltung des Teams auf die Nachfrage und Compliance von Patient:innen in der Prophylaxe wirken und berichtete von seiner eigenen Erfahrung.

Zusammen mit der Firma Dampsoft erklärte Gründerin Dr. Stefanie Beyer, worauf Gründer:innen in Sachen Abrechnung achten sollten. Dabei wurde klar, wie unterschiedlich die Herausforderungen in den verschiedenen KZV-Gebieten für junge Zahnärzt:innen sind. Dr. Beyer gab auf die Fragen der Teilnehmer:innen handfeste Tipps zur Therapieplanung in der PVS anlegen und der Vermeidung bzw. dem Umgang von Plausibilitätsprüfungen.

Vertriebsleiter Oliver Mentze und Marketingleiter Markus Anschütz von der MELAG Medizintechnik GmbH & Co. KG brachten den Besucher:innen ihrer Break-out-Session die Anforderungen an einen RKI-konforme moderne Praxishygiene näher.

Neuauflage ein voller Erfolg

„Wir sind stolz, dass wir trotz der Zwangspause im letzten Jahr wieder so viele junge Zahnärzt:innen für das Event begeistern konnten. Und obwohl wir im Team mit krankheitsbedingten Ausfällen kurz vor dem Event zu kämpfen hatten, lief die Organisation reibungslos“, freut sich Theresa Reuter, Senior Marketing Managerin und Erfinderin des Gründer-Camps, über den Erfolg der Veranstaltung. Besonderer Dank gelte dabei den Gründer:innen, die den Mut gefasst haben, sich auf die große Bühne zu trauen und damit die Veranstaltung zu etwas Einzigartigem gemacht haben.

Obwohl sich das Konzept des Gründer-Camps nun schon seit 2017 bewährt, ist es für die Organisatoren immer wieder erfreulich zu sehen, wie viel Inspiration und Motivation die Teilnehmer:innen aus der Veranstaltung mitnehmen. Theresa Reuter und ihr Team sind gespannt, welche Teilnehmer:innen aus diesem Jahr beim nächsten Gründer Camp in 2024 selbst auf der Bühne stehen werden.

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Rückblick: Gründer Camp 2019

8 Wege, ein gemeinsames Ziel: der Traum von der eigenen Praxis.

Am 6. und 7. September 2019 fand das zweite Gründer Camp statt, diesmal in der Halle 45 im Herzen von Mainz: 2 Tage, 8 bewegende Gründerstorys, 8 aufschlussreiche Expertenvorträge, 5 praxisnahe Workshops, 7 vertiefende Breakout-Sessions, eine spektakuläre Location – und rund 100 motivierte Teilnehmer, die an ihrem Traum von der eigenen Zahnarztpraxis feilen. Mach dir jetzt in unserem ausführlichen Rückblick einen Eindruck.

Unter dem Motto „Zukunft eigene Praxis“ trafen sich gründungsinteressierte Zahnärzte aus ganz Deutschland und nutzten beim Gründer Camp ein Wochenende lang die Gelegenheit, von den Erfahrungen frischgebackener Praxisgründer zu lernen, eine Menge handfester Expertentipps mitzunehmen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und zu vernetzen.

Bauchgefühl, Stolpersteine, Glücksfälle: 8 Gründerstorys

Der Freitag startete mit einer Menge Input von der Bühne aus: 8 Praxisgründer hatten jeweils zehn Minuten Zeit, ihre ganz individuelle Gründungsgeschichte auszupacken. Sie berichteten von spontanen Bauchgefühl-Entscheidungen, von kleinen Stolpersteinen und großen Rückschlägen, von glücklichen Zufällen und aufregenden Zeiten. Was alle gemeinsam haben: einen erfüllten Traum.

"Und wenn ich es geschafft habe, schafft ihr das auch." - Andreea Tiplic

2017 saß Andreea Tiplic selbst noch im Publikum des Gründer Camps. Inspiriert von den Praxisgründern auf der Bühne, dachte sie: Okay, wenn die anderen das schaffen, schaffe ich das auch, und begann umgehend, laut über ihre Träume zu reden. Übernehmen wollte sie, eine Dorfpraxis sollte es sein, und zwar am Bodensee. Dass sie gerade schwanger war? Kein Hindernis. Sie wusste genau, was sie wollte, hat gezielt gesucht – und gefunden. Auch wenn die angebotene Praxis auf den ersten Blick nicht gerade ein Schmuckstück war, Andreea Tiplic behielt ihr Ziel vor Augen und hat sich auch vom totalen Baustellenchaos nicht verunsichern lassen, sondern mit ihrem kleinen Sohn in der Trage weitergewerkelt. Und empfangen wurde sie als neue Zahnärztin im schönen Eigeltingen mit offenen Armen: vom ganzen Dorf und vom Bürgermeister höchstpersönlich.

"Seid authentisch, sonst klappt das alles nicht." - Eva-Marie Müller

Eva-Marie Müller stand beim letzten Gründer Camp schon auf der Bühne, damals war sie gerade mitten in der Gründungsphase. Zu dem Zeitpunkt hätte sie selbst nicht gedacht, was sie in den kommenden zwei Jahren noch alles bewegen würde. Denn als nach einer aufregenden Bergund- Tal-Fahrt für ihre Praxisübernahme endlich alles unter Dach und Fach schien, wurden sämtliche Pläne noch einmal durchgewirbelt. Was sie dabei vor allem gelernt hat: Es genügt nicht, wenn einem die Patienten die Bude einrennen. Das Konzept und vor allem das Personal der Vorgängerin zu übernehmen, auch wenn es noch so gut ist, klappt nicht, wenn es nicht zu einem passt. Das hieß für Eva-Marie Müller: alles überdenken, das Ruder in die Hand nehmen und handeln. In kürzester Zeit hat sie ein komplett neues Team aufgebaut. Darum hatte sie einige Tipps in Sachen Personal im Gepäck. Und führt jetzt eine moderne Praxis im Münchener Speckgürtel, die perfekt zu ihr passt.

„Die beste Art, mit kaltem Wasser umzugehen? Einfach reinspringen.“ - Ulrich Degen

Als Ulrich Degen anfing, nach einer geeigneten Praxis zu suchen, hat er genau einen Tag gebraucht, um sie zu finden: hell, modern, ausbaufähig, schickes Industriedesign, perfekter Standort in Darmstadt – genau das, was er wollte. Allerdings ging das so überraschend schnell, dass er eigentlich noch gar nicht so weit war. Schon drei Monate später sollte eröffnet werden, und er stand erst mal vor einem riesigen Berg: Businessplan, Standortanalyse, Kaufvertrag, Abrechnungen, teaminterne Prozesse – viele offene Fragen und schlaflose Nächte. Aber für alle Probleme gab es Lösungen, und die Eröffnung wurde mit professioneller Hilfe bestens gewuppt. Sein Fazit? Ergreift Chancen, wenn sie sich bieten, ganz nach Meister Yoda: „Tu es oder tu es nicht. Aber es gibt  ein Versuchen.“

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„Macht, worauf ihr Bock habt, was von Herzen kommt!“ -Miroslav Gleiche-Yonchev und Dr. med. dent. Evangelos Moutaftsis

Die Idee, gemeinsam zu gründen, besiegelten Miroslav Gleiche-Yonchev und Dr. med. dent. Evangelos Moutaftsis bei einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Sie wollten eine Mehrbehandlerpraxis, die anders sein sollte als alles, was es in Münster bislang gab. Statt einem Jahr hat’s drei gedauert, aber geklappt hat es: 2018 eröffneten sie ihr zahnmedizinisches Versorgungszentrum novacura, mittlerweile arbeiten sie mit einem eingespielten 20-köpfigen Team und freuen sich über den wachsenden Patientenzufluss. Die beiden setzen auf ein ausgeklügeltes Marketingkonzept, eine arbeitnehmerfreundliche Atmosphäre und patientenfreundliche Öffnungszeiten. Und sie sind überzeugt: Auf Alleinstellungsmerkmale kommt es an und auf eine professionelle Beratung. Und ob es dann läuft, hängt letztendlich von einem selbst ab – denn ohne Leidenschaft funktioniert das Ganze nicht.

„Einen Traum haben – und dann Schritt für Schritt gehen.“ - Aylin Selcuk

Aylin Selcuk nahm das Publikum zum Einstieg in ihren Vortrag per Videotagebuch mit auf ihre persönliche Abenteuerreise Praxisgründung. Ihr war eigentlich immer klar: Sie will selbstständig arbeiten, Neues lernen. Während sie fachliche Erfahrungen und unternehmerisches Wissen sammelte, hat ihr Traum Form angenommen: gute Zahnmedizin anbieten in einer eigenen kleinen Praxis – einen Job mit ideellem Wert machen, zu dem sie jeden Morgen gerne geht. Seit einigen Wochen behandelt sie nun in ihrer Praxis in Berlin. Was sie besonders liebt an der Selbstständigkeit? Dass sie nicht nur Zahnärztin ist, sondern auch Unternehmerin, Designerin und Personalchefin. Ihr Tipp: einfach loslegen nach der Devise „You don’t have to be great to start. You need to start to be great!“

„Ich fühle mich in meiner eigenen Praxis wie zu Hause.“ - Dr. Timo Knoche

Dr. Timo Knoche hatte einen von langer Hand geplanten Übernahmeplan. Und warf dann alles über den Haufen. Dank dieser Entscheidung hat er eine Menge Abenteuer zu den Themen Altbaurenovierung, monatelange Bankverhandlungen, Hypotheken, Umbaumaßnahmen und Wasserschäden erlebt. Ob die Neugründung in einem Altbau aus dem Jahr 1812, der vorher keine Praxis war, nicht die Hölle war? Ja, irgendwie schon. „Aber die Reibung, die dabei entstanden ist, fühlt sich jetzt wie wohlige Wärme an“, kann er berichten – und freut sich über seine wunderschöne Praxis für Zahnerhaltung und Prophylaxe im schwäbischen Esslingen. Was er allen Neugründern mit auf den Weg geben möchte: Lernt, zu delegieren. Dann habt ihr nachher auch ein schönes Leben.

„Ich hab die Praxis einfach um mein Leben geplant.“ - Dr. Nora Buchner

Als sich Dr. Nora Buchner aus der Elternzeit heraus für die Neugründung ihrer Praxis entschieden hat, fanden viele diese Idee erst einmal verrückt. Und dann hatte sie auch noch ganz genaue Vorstellungen – zum Beispiel, dass die Praxis unbedingt im wunderschönen Münchener Glockenbachviertel sein muss. Eben da, wo ihr Leben stattfindet. Also hat sie einfach aus den vermeintlichen Schwächen Stärken gemacht: Wer zwei Kinder hat, hat auch ein großes Netzwerk aus Kita, Kindergarten und Schule - so kann auch eine Neugründung in der zahnarztreichen Münchner Innenstadt gelingen.Wenn sie nun morgens Ihre Praxis aufschließt, freut sie sich, dass sie ihren Traum ohne Kompromisse verwirklicht und ihre Zukunft selbst gestaltet hat.

Man muss nicht alles selbst können! Wofür gibt’s Experten?

Ganz unterschiedliche, aber durchweg spannende und vor allem ermutigende und inspirierende Storys hatten die acht erfolgreichen Praxisgründer zu erzählen. Worin sich alle einig waren: Das richtige Netzwerk ist wichtig. Und professionelle Unterstützung. Denn natürlich ist es ein reizvoller Teil der Selbstständigkeit, dass die Aufgaben so vielfältig sind und weit über die Zahnmedizin hinausgehen. Aber man kann eben nicht alles selbst können. Darum gab es von der Gründer-Camp-Bühne auch reichlich Experteninput rund um die Themen Selbstständigkeit und die Eröffnung der eigenen Praxis.

 

How to be selbstständig – Nicolas Abel beleuchtete, was wir von guten Unternehmern lernen können. Zum Beispiel, eine Idee zu behandeln wie ein kleines Kind: sie ohne Bewertung erst einmal bedingungslos lieben, schützen, ihr Zeit geben. Und dann jeder dieser Ideen ein wenig Denkhefe zugeben, um sie wachsen zu lassen.

 

Ein Praxiskonzept entwickelt sich nicht über Nacht. Deshalb gab Dennis Schaffer in seinem Vortrag Strukturierungshilfe: über Schwächen und Stärken, die richtige Zielgruppe, Praxisausrichtung, Alleinstellungsmerkmale und das passende Team.

 

Was ist eigentlich ein guter Standort? Valbon Mulaku betonte, dass man nicht zwischen Hotspot und No-go-Area unterscheiden kann, sondern dass es vielmehr um das Zusammenspiel individueller Faktoren geht: Wo will ich leben? Welches Behandlungskonzept habe ich? Wie ist die Kaufkraft des Standorts? Wie hebe ich mich von den Marktbegleitern ab?

 

Geld ist wichtig für so ein Gründungsprojekt. Und das muss in den meisten Fällen von der Bank kommen. Was Banken wollen, weiß Michael Hage. In seinem ersten Vortrag dröselte er zunächst auf, wie eine Bank eigentlich funktioniert, und erklärte, wie ein Businessplan aufbereitet sein muss, um sie zu überzeugen. Wie die Kostenstruktur einer Zahnarztpraxis aussieht, ließ er das Publikum in seinem zweiten Vortrag schätzen. Und jonglierte dann mit Beispielzahlen und erklärte, wie sie sich optimieren lassen.

 

Was ist bei der Praxisplanung das Allerwichtigste? Die richtige Vision, sagt Olav Lorenz. Und dann natürlich die komplexe Planung bis ins Detail: Was ist realistisch? Gibt es Bestandsschutz? Entspricht der Steri den neuen Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung? An echten Beispielen zeigte er auf, an was zu denken ist, und hatte einige Tipps auf Lager.

 

Warum der Ausdruck Work-Life-Balance inzwischen eher negativ behaftet ist, brachten Dennis Schaffer und Thilo Weiland mit viel Humor auf den Punkt. Und empfahlen, lieber dafür zu sorgen, dass Arbeit Spaß macht und sie sich mit dem Privatleben verschmelzen lässt. Das funktioniert mit den entsprechenden Rahmenbedingungen und außergewöhnlichen Zeitmodellen in der Zahnarztpraxis.

 

It’s a boss world – or not!? Personalführung wird immer wichtiger, da waren sich auch die Teilnehmer einig. Nicolas Abel zeigte in seinem zweiten Vortrag, warum ohne klare Kommunikation nichts geht, weswegen es so wichtig ist, den Mitarbeitern ein gutes Vorbild zu sein, was der Unterschied zwischen Boss und Leader ist – und wie man als Führungskraft das Potenzial seines Teams entfalten kann.

Ein gutes Netzwerk aufbauen – und dann: Vollgas

Natürlich blieb es nicht bei dem Input von der Bühne. Denn, das betonten sowohl die Experten als auch die erfolgreichen Gründer: Ein gutes Netzwerk ist unverzichtbar. Darum gab es in den Pausen neben leckeren Snacks reichlich Zeit für Austausch und Vernetzung. Die acht Praxisgründer standen an kleinen Netzwerkinseln bereit, um sich Löcher in den Bauch fragen zu lassen, die sie mit Freude beantworteten. Für Fragen standen natürlich auch die zahlreichen Experten bereit. Und die tolle Location im schicken Industrielook bot unglaublich viele schöne Ecken, um es sich einfach mal bei einem Plausch mit einem gleichgesinnten Zahnarzt gemütlich zu machen – ganz nach dem Motto: „Fremde sind Freunde, die ihr noch nicht kennt.“ Am Abend war ebenfalls viel Zeit für interessante Gespräche: beim gemeinsamen Abendessen, das später in die Gründer-Camp-Party mit DJ und Cocktails überging.

Einfach machen: Am zweiten Tag wird’s praktisch

Am Samstag ging’s dann von der Bühne in die Workshops und Breakout-Sessions – dabei konnten sich die Teilnehmer ihr Programm selbst zusammenstellen. Die Entscheidung fiel gar nicht so leicht, denn schon am Vormittag standen fünf spannende Workshops zur Wahl.

 

Dr. Verena Freier berichtete im CAD/CAM Workshop, was ihre Patienten am Scannen lieben und warum sie die Anschaffung eines CEREC jedem Neugründer empfehlen würde. Und dann ging es direkt in die Anwendung.

 

Einen Bandscheibenvorfall möchte man vor allem als selbstständiger Zahnarzt dringend vermeiden. Darum spielen Ergonomie und Vergrößerung eine wichtige Rolle. Dr. Nora Buchner und Thomas Senghaas präsentierten Alltagstipps für einen dynamischen Arbeitsstil direkt am Behandlungsstuhl.

 

Welches Konzept passt eigentlich zu meiner Persönlichkeit? Strategieberaterin Andrea Stix veranschaulichte beispielreich, wie Chirurgie und Strategie zusammenhängen und wie wichtig und zielführend eine Persönlichkeitsanalyse ist, um das individuell passende Konzept zum Erfolg zu finden.

 

Dass Personalführung kommunikationsintensiv ist, zeigte Frank Casper, indem er zu Workshop-Beginn einen Teilnehmer mit verbundenen Augen durch die Halle führen ließ. Im Anschluss räumte er mit Mythen auf, die über Leaderfähigkeit, Motivation und Teams kursieren.

 

Träumen, planen, machen: Der Weg zur eigenen Praxis beginnt mit fixen Ideen. Nicolas Abel ermutigte die Teilnehmer, erst mal zu spinnen. Im nächsten Schritt werden gesponnene Ideen einem Realitätscheck unterzogen. Schritt drei: Prioritäten setzen. Und dann geht’s an die Umsetzung.

Breakouts: Mindset, Prophylaxe konzepte, erfreuliche Steuern

Am Samstagnachmittag hatten die Teilnehmer noch einmal die Qual der Wahl. Nach einer Stärkung und Netzwerkpause ging es mit insgesamt sieben angebotenen Breakout-Sessions in die letzte Runde des diesjährigen Gründer Camps: Da wurde besprochen, was Trends und Chancen im Gründungsmarkt mit dem richtigen Mindset zu tun haben, was man besser vor der Praxisübernahme weiß, um unerfreuliche Überraschungen zu vermeiden, und warum das richtige Prophylaxekonzept ausschlaggebend für Patientenbindung und Umsatz ist. Wie man Fallstricke umgeht, die einem bei der Abrechnung begegnen können, und welche Punkte man beachten muss, damit das unliebsame Thema Steuern auch Freude machen kann. Wie die optimierte Hygienekette für einen guten Workflow und eine große Zeitersparnis sorgt. Und nicht zuletzt ging es um die Fragen, die einem die Bank stellen wird, wenn man dort als Gründer seine Idee präsentiert.

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Gründer Camp 2024

Auch in der Zukunft wird es wieder ein einzigartiges Gründer Camp geben - bleib auf dem neusten Stand und informiere dich gleich hier!

Zum Gründer Camp 2024

Ein Feuerwerk an Inspiration

Zum Abschluss eines tollen Wochenendes trafen sich noch einmal alle Teilnehmer an der Bühne, von der aus die Praxisgründer ihnen abschließend ihre wichtigsten Kernbotschaften mit auf den Weg gaben: Ein gutes Netzwerk ist wichtig, holt euch die richtigen Menschen zur Unterstützung an eure Seite, hört auf euren Bauch, seid mutig, den ersten Schritt zu machen, habt Vertrauen und bleibt authentisch – macht das Projekt zu eurem, macht euren Traum wahr und genießt es! Worin sich außerdem alle einig waren? Es lohnt sich! Mit einer Menge inspirierender Impressionen im Gepäck fassen wir das Wochenende mit den Worten von Henry- Schein-Geschäftsführer Stefan Heine zusammen: „Wir sind total geflasht. Und sagen Danke an alle Teilnehmer, Praxisgründer und Unterstützer des zweiten Gründer Camps.“

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