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Neugründung einer KFO-Praxis in Berlin

Mitten im etablierten und mondänen Berlin-Charlottenburg eröffnete Dr. Philipp Gebhardt im Juli 2014 seine KFO-Praxis. In seinen Räumlichkeiten hat er Design und Funktionalität harmonisch miteinander verbunden und auf dezente Highlights mit Wirkung gesetzt. In seiner persönlichen Geschichte erzählt der Kieferorthopäde, wie er sich Inspiration für die Praxisgestaltung geholt hat.

Mir war schon früh klar, dass ich mich selbstständig machen will. Der Wunsch einer Spezialisierung als Kieferorthopäde kam dann während des Studiums. Schon während dieser Zeit begann ich gezielt Fortbildungen und Kongresse zu besuchen und sammelte so auf mittlerweile über 150 Veranstaltungen zahlreiche Erfahrungen. Parallel bekam ich die Möglichkeit international bei etlichen Kollegen über die Schulter schauen zu dürfen. Zudem versuchte ich mein nicht vorhandenes betriebswirtschaftliches Grundwissen durch das Lesen von relevanter Literatur auf ein Mindestmaß zu heben, z. B. mit den Büchern von Fredmund Malik: Führen Leisten Leben, oder Stephen R. Covey: The 7 habits of highly effective people. Was mein Konzept so besonders macht? Eine Etablierung von reproduzierbaren und klaren Abläufen bei maximaler Qualität hat oberste Priorität. So adressiert unser Behandlungsspektrum komplexe Behandlungen und spiegelt sich in einem Erwachsenenanteil von über 50% wider. Für linguale Behandlungen mit dem Behandlungssystem WIN zählen wir so zu einem der größten Anwender in Berlin. Des Weiteren sind wir auf skelettale Verankerungen sowie 3D Druck spezialisiert und bisher als einzige Praxis in Berlin als Master of European Aligner zertifiziert.

Neben klaren Linien, die sich durch die ganze Praxisgestaltung ziehen, habe ich viel Wert auf eine durchgehende Corporate Identity (Byron Sharp; How brands grow) gelegt. Auch der Komfort meiner Patienten hat oberste Priorität: So sind Funktionsbereiche und das Back-Office der Praxis beispielsweise strikt vom Patientenbereich getrennt. Optimale Laufwege wurden akribisch geplant und steigern so die Effizienz des gesamten Praxis-Workflows. Essentiell war es dabei für mich den Unterschied zwischen Effektivität (Die richtigen Dinge tun) und Effizienz (Die Dinge richtig tun) zu verstehen und zu den richtigen Zeiten umzusetzen. Eine individuelle Praxis erfordert immer auch eine besondere Planung, diese wird umso intensiver je kleiner der Fachbereich ist, da es weniger Vergleichsmodelle gibt. Dies trifft in der Kieferorthopädie leider zu. Deshalb habe ich mich im Vorfeld gefragt: Was will ich wie machen – fachlich, wie auch betriebswirtschaftlich – und darauf basierend den Businessplan erstellt. Hilfreich waren hierbei Erfahrungswerte von Henry Schein sowie Standardzahlen aus dem Jahrbuch der BZÄK. Eine individuelle Anpassung fand ich jedoch trotzdem wichtig und hatte das Glück nicht nur auf Literatur sondern auch auf die Erfahrung von Kollegen und Unternehmer-Freunden zurückgreifen zu können.

Unser Behandlungsspektrum adressiert komplexe Behandlungen und spiegelt sich in einem Erwachsenenanteil von über 50 % wider.

Dr. Philipp F. Gebhardt

Nachdem es nach einigen Monaten der Suche in Berlin leider keine Übernahmen gab, die adäquat gewesen wären, suchte ich schon zwei Jahre vor Ende meiner Facharztweiterbildung vermehrt nach Möglichkeiten für Neugründungen. Im April 2013 vermittelte mir mein Fachberater ein vielversprechendes Objekt in Berlin-Charlottenburg. Dann der Schock: Bei Vertragsunterzeichnung hieß es seitens des Vermieters plötzlich, dass die Räume leider nicht mehr verfügbar seien. Doch ich hatte Glück im Unglück: Im selben Gebäude war das Penthouse noch frei und entpuppte sich als ein echter Glücksgriff. Zum einen war der Grundriss mit 300qm um einiges größer als das, was ich ursprünglich hätte nehmen müssen. Zum anderen bot sich ein toller Blick über Berlin. Ich finde dieses Beispiel wichtig, da es zeigt, dass selbst definitive Vereinbarungen und Planungen erst dann abzuhaken sind, wenn es zu einer erfolgreichen Ausführung gekommen ist. Es macht also Sinn als Gründer auf Veränderungen vorbereitet zu sein und diese als Chance zu sehen. Auch wenn sich als erstes Gefühl eher Verzweiflung breitmacht.

Die eigentliche Planung und der Ausbau hat von Juli 2013 – Juli 2014 gut ein Jahr in Anspruch genommen. Henry Schein hat sich um die gesamte Installationsplanung, wie beispielsweise Anschlüsse verlegen, Geräteplanung etc., gekümmert. Die Innenarchitektur wiederum stammt aus meiner eigenen Feder. Die Inspiration dazu habe ich mir aus Design-Zeitschriften geholt. Zeitlos und modern sollte sie sein. Die Geräte und Möbel in meiner Praxis müssen funktionell sein und sich harmonisch ins Gesamtkonzept einfügen. Man vergisst leicht, dass zur Praxisgründung auch solche Feinheiten gehören, die im Nachhinein aber Konsequenzen mit sich ziehen können. Das mag der Lichtschalter sein, der an der falschen Stelle platziert ist, eine tolle Wandkonstruktion aus Blumen oder ein Aquarium, die sich als Fehlentscheidung herausstellen, weil sie anfällig und schnell unansehnlich sind. Deshalb habe ich auf kleine Highlights gesetzt: Klassische Lampen von Tobias Grau, Wartezimmerstühle von Arne Jacobsen, Armaturen von Vola oder eingesetzte Stuckleuchten von Flos in den Bädern. Diese minimalistischen Details setzen besondere Akzente, ohne gleich überladen oder opulent zu wirken.

Man sollte als Gründer auf Veränderungen vorbereitet sein und diese als Chance sehen. Auch wenn sich als erstes Gefühl eher Verzweiflung breitmacht.

Dr. Philipp F. Gebhardt

Mein Tipp an Praxisgründer? Machen! Ist man grundsätzlich entscheidungsfreudig, ist auch der Weg zur Selbstständigkeit keine unüberwindbare Hürde. Respekt ist angebracht, aber Angst sollte man nicht haben. Und ganz wichtig: Nicht entmutigen lassen, wenn nicht gleich alles am Schnürchen läuft. Wartet auf Fehler und seht diese unbedingt als Chance zur Verbesserung und nicht als Entmutigung. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Anfänge immer holprig sind. Als Praxisgründer wird man ständig und wahrscheinlich für immer mit neuen Situationen konfrontiert. Wichtig ist, selbstreflektierend zu sein und sich nicht entmutigen zu lassen."

Die Innenarchitektur stammt aus meiner eigenen Feder. Die Inspirationen dazu habe ich mir aus Design-Zeitschriften geholt.

Dr. Philipp F. Gebhardt

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